Vielfalt als Erfolgsmotor: Warum Diversität und Inklusion am Arbeitsmarkt unverzichtbar sind

Die Bedeutung von Inklusion und Diversität hat sich lange Zeit im Schatten befunden, doch nun rücken sie zunehmend in den Fokus der Gesellschaft. Von Modekampagnen bis hin zu Onlinebewegungen wird sich für ihre Anerkennung eingesetzt – und auch die Arbeitswelt ist gefordert, auf diesen bedeutenden Wandel zu reagieren. Es liegt jedoch nicht allein in der Notwendigkeit begründet, sondern auch im Idealismus. Die Vorstellung, dass jeder Mensch unabhängig von seiner Herkunft gleiche Chancen verdient, wird zunehmend als grundlegend angesehen. Trotzdem herrscht oft Verwirrung über die Begriffe Diversität und Inklusion, die häufig verwechselt oder sogar als Synonyme verwendet werden. Dadurch verschwimmen die Grenzen zwischen den beiden Konzepten im alltäglichen Sprachgebrauch.

Diversität und Inklusion am Arbeitsmarkt

Kategorie: Arbeitswelt | Lesedauer: 04 min | veröffentlicht am 07. Juni 2024
Zielgruppe: Alle Teilnehmer:innen am Arbeitsmarkt
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Definitionen: Diversität & Inklusion

Was ist Diversität?

Diversität meint Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen: Das kann grob die Ethnie, sexuelle Orientierung oder Geschlechteridentität sein. Das Spektrum reicht aber weiter – Erfahrungen, sozioökonomische Hintergründe, Erziehung, Religion, Behinderung sind nur einige Faktoren, die Diversität begründen.

Was ist Inklusion?

Inklusion ist das Bemühen um eine Umgebung, in der sich Personen mit unterschiedlichen Hintergründen willkommen und wertgeschätzt fühlen. Es bedeutet, dass keinem Menschen der Zugang zu Chancen aufgrund von seinen:ihren einzigartigen Eigenschaften verwehrt wird.


Der Unterschied

Alles klar. Aber was genau ist nun der Unterschied zwischen Diversität und Inklusion?

Ein Beispiel: Nur, weil ein Unternehmen auf interne Diversität achtet, heißt das nicht, dass dort Inklusion großgeschrieben wird. Es gibt Firmen, die – wegen des Ansehens – nach außen hin aktuellen Trends folgen, sprich Wokewashing betreiben. Intern werden aber kaum Maßnahmen ergriffen, um wirklich Inklusion zu fördern. Eine solche Symbolpolitik bemüht sich also zwar um Diversität, fördert aber keine Inklusion. Es gibt beispielsweise Mitarbeiter:innen mit Behinderung oder verschiedenen Ethnien, diese bleiben innerhalb des Unternehmens aber am Rande.

Zusammengefasst bedeutet das, dass Arbeitgeber:innen gefordert sind, für mehr Inklusion zu sorgen – also ein Umfeld zu schaffen, das Diversität auf florierende Art und Weise hält und trägt. 

Diese beiden Entitäten – Inklusion und Diversität – müssen ineinander greifen wie zwei Puzzleteile, damit die vielfältigen Benefits ausgeschöpft werden können. Wenn das gegeben ist, erzeugen Unternehmen Win-Win-Situationen.


Vorteile von Diversität und Inklusion

Innovation

Es ist wohl nicht verwunderlich, dass innovative Ideen eher dort entstehen, wo aus mehreren Blickwinkeln auf einen Sachverhalt geschaut wird. Die unterschiedlichen Perspektiven weiten den Horizont und wenn eine respektvolle Zusammenarbeit gelingt, fördern sie Innovation.

Höhere Umsätze

Dem McKinsey Bericht zufolge erzielen Unternehmen mit höherer Diversität auch höhere Umsätze. Kulturelle Diversität und auch Geschlechterdiversität machen Unternehmen allgemein profitabler.

Why diversity matters | McKinsey

Höhere Umsätze bei mehr Diversität laut McKinsey Bericht

Lebendiges Arbeitsumfeld

Je mehr Diversität gepaart mit Inklusion in einem Unternehmen wirken, desto lebendiger wird das Arbeitsumfeld. Unterschiedliche Meinungen und Ideen werden geäußert: Das erweitert den Horizont aller Mitarbeitenden, es regt zu Diskussionen an und vergrößert die Perspektiven.

Bessere Leistungen

Wenn sich Mitarbeiter:innen willkommen und sicher fühlen, sind sie motivierter und engagierter. Das führt auch zu besseren Leistungen.

Fördert Mitarbeiterbindung

Wenn Angestellte ganz sie selbst sein können, so fühlen sie sich zugehörig. Sie können sie selbst sein und werden in ihrer Eigenart ernstgenommen und gehalten. Das Gefühl von Zugehörigkeit sorgt dafür, dass Loyalität entsteht. Eine Untersuchung von BetterUp zeigt, dass Teammitglieder mit hohem Zugehörigkeitsgefühl zu 34% höherer Wahrscheinlichkeit im Unternehmen bleiben, als solche mit geringerem Zugehörigkeitsgefühl.

Stay or Go? Can Belonging Drive Retention? (betterup.com)


Maßnahmen für mehr Diversität und Inklusion

Im Folgenden haben wir einige Gedankenansätze gesammelt, die helfen können, Diversität und Inklusion im Unternehmen zu fördern, sodass Unternehmen sowie Mitarbeiter:innen von den Vorteilen profitieren können. Doch wenn man den Blick über den Tellerrand hinaus lenkt, wird klar, dass die Förderung der beiden noch weiter reicht: Es ist ein Beitrag zu einem wichtigen, gesamtgesellschaftlichen Prozess, der die Gleichstellung von Menschen mit verschiedensten Hintergründen zum Ziel hat. 

Bildung

Veränderung kann dann angestoßen werden, wenn Manager:innen und Mitarbeiter:innen gebildet werden. Es gibt bereits vielfältige Angebot in diesem Bereich. Sensibilisierungstrainings für Manager:innen können helfen, die Menschen in Führungspositionen auf unbewusste Vorurteile aufmerksam zu machen. Für alle Mitarbeiter:innen ist es sinnvoll zu lernen, wie Diskrepanzen überwunden werden können.

Fairness in Firmeninhalten

Um Inklusion zu fördern und genau darauf zu achten, dass sich kein:e Mitarbeiter:innen diskriminiert fühlen, lohnt sich ein Blick auf die Firmeninhalte. In der Sprache manifestiert sich nämlich Inklusion. Folder, internes Material und die Beschriftung der Toiletten können überprüft werden. Aber auch Stellenausschreibungen, Social Media Captions und die Firmenwebsite verdienen einen zweiten, kritischen Blick. Voreingenommene Formulierungen, die als Beleidigung verstanden werden könnten, sollten durch eine neutrale Sprache ersetzt werden. Inklusion beginnt in den Gedanken, die sich durch Sprache ausdrücken.

Safe Space für Austausch

Ein sicherer Raum, in dem alle das Gefühl haben, ihre Meinungen und Ideen frei äußern zu können, ist wichtig, um nicht nur Diversität, sondern wirklich Inklusion in einem Unternehmen umzusetzen. Es sollte Offenheit für Diskussionen herrschen. In diesem Safe Space haben auch Sorgen Raum und dürfen angesprochen werden. So wird das Gefühl von Sicherheit und Zugehörigkeit gestärkt – alle dürfen sich einbringen.

Bewerbungs- und Auswahlverfahren

Damit Diversität überhaupt entstehen kann, ist es wichtig, diese schon im Bewerbungs- und Auswahlverfahren zu fördern. Vielleicht sollte noch einmal überprüft werden, ob niemand aufgrund von Geschlecht, Ethnie, Religion oder anderer Faktoren benachteiligt wird.

Unterschiede positiv kommunizieren

Diversität sollte im Unternehmen nicht bloß geduldet sein, sondern vielmehr sollte es offen thematisiert werden, dass die Unterschiede geschätzt werden. Das kann nicht nur mit Sprache, sondern auch nonverbal kommuniziert werden. Es beginnt beim Interior der Arbeitsräume. Könnte man sie kulturell divers gestalten?

FAQs zum Thema

FAQs zum Thema

1. Frage:

Was ist Diversität?

Antwort: Diversität meint Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen: das kann grob die Ethnie, sexuelle Orientierung oder Geschlechteridentität sein. Das Spektrum reicht aber weiter – Erfahrungen, sozioökonomische Hintergründe, Erziehung, Religion, Behinderung sind nur einige Faktoren, die Diversität begründen.

2. Frage:

Was ist Inklusion?

Antwort: Inklusion ist das Bemühen um eine Umgebung, in der sich Personen mit unterschiedlichen Hintergründen willkommen und wertgeschätzt fühlen. Es bedeutet, dass keinem Menschen der Zugang zu Chancen aufgrund von seinen:ihren einzigartigen Eigenschaften verwehrt wird.

3. Frage:

Welche Vorteile haben Diversität und Inklusion für Unternehmen?

Antwort: Die Benefits die entstehen, wenn Diversität in einem Unternehmen gefördert wird und diese gut eingebettet ist in Strukturen der Inklusion, sind vielfältig: Innovation, höhere Umsätze, ein lebendiges Arbeitsumfeld, bessere Leistungen und eine stärkere Mitarbeiterbindung sind einige Beispiele.

4. Frage:

Wie kann man die Diversität in einem Unternehmen erhöhen?

Antwort: Um Diversität zu erhöhen, beginnt ein Unternehmen beim Bewerbungs- und Auswahlverfahren. Wenn Diversität gegeben ist, kann diese mit Inklusion stabilisiert werden.

5. Frage:

Wie schafft man Inklusion am Arbeitsplatz?

Antwort: Einige Maßnahmen, um Inklusion zu fördern sind: Weiterbildungen, Sprachbewusstsein in Firmeninhalten, Safe Space für den Austausch und das positive Kommunizieren von Unterschieden.

Wir fassen zusammen

Diversität und wie man diese mit guter Inklusion umsetzen kann ist ein Thema, das vom Rand der Gesellschaft immer mehr in die Öffentlichkeit rückt. Unternehmen sind gefordert, diese Entwicklung in der Unternehmenskultur widerzuspiegeln. Wenn sie das erfolgreich tun, können alle Seiten von vielen Vorteilen profitieren. Für die erfolgreiche Umsetzung von Inklusion in diversen Unternehmen gibt es unterschiedliche Maßnahmen, die den Weg zu erfolgreicher, innovativer Zusammenarbeit fördern.

 

Maria Schätzer, BA

Nach ausgedehnten Weltreisen und einer Yogaausbildung in Indien habe ich mit Mitte 20 mein Germanistik-Studium abgeschlossen und hatte einen Traum: das Schreiben zum Beruf zu machen. Mit den Jahren wuchsen meine selbstständigen Projekte, während ich mein Angestelltendasein immer weiter zurückschrauben konnte. Heute arbeite ich vollkommen selbstständig als Yogalehrerin und Autorin. Ich setze Biografien für Klienten um, schreibe Werbetexte und blogge. Diese Tätigkeiten erlauben es mir, weitestgehend ortsunabhängig zu arbeiten. Immer wieder reise ich mit meinem Notebook und hole mir weltweit Inspiration und Input für meine Texte.

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