Du willst firmeninterner Nachhaltigkeitsprofi werden? Los geht’s!

Die Zeit rennt im Kampf gegen die Klimakrise. Wissenschafter*innen warnen: Mit unserem (Nicht-)Handeln steuern wir auf eine Katastrophe zu. Wir müssen jetzt aktiv werden, auf allen Ebenen. Vielen ist das bewusst und sie möchten das auch tun. Wir geben hier Tipps, wie Mitarbeiter*innen am Arbeitsplatz aktiv werden und Nachhaltigkeit fördern können.

Du willst firmeninterner Nachhaltigkeitsprofi werden?

Nachhaltigkeit gewinnt bei der Arbeitgeberwahl an Bedeutung 

Vielen Menschen ist bewusst, dass es schlecht um unser Klima steht und immer mehr legen Wert auf Nachhaltigkeit – auch am Arbeitsplatz. 

Das zeigt auch eine Studie von Wien Energie und Deloitte Österreich. Darin gaben 40 Prozent der Befragten an, dass Nachhaltigkeit ein wichtiger Faktor in der Arbeitgeberwahl ist und sie nicht für „Umweltsünder“ arbeiten würden. Jede vierte Person möchte in einem Green Job tätig sein und aktiv am Klimaschutz mitarbeiten.

Besonders junge Talente legen Wert auf 

  • sinnstiftende, 
  • nachhaltige und 
  • sozial verträgliche Arbeitgeber*innen und Arbeit. 

Doch das ist längst noch nicht in allen Unternehmen gleichermaßen angekommen. Das heißt nicht, dass du dich damit einfach abfinden musst. Viele Unternehmen sind offen für neue Ideen und freuen sich über Anregungen von Mitarbeiter*innen. Deshalb möchten wir dich in diesem Beitrag ermutigen, in deinem Betrieb aktiv zu werden und geben dir dafür ein paar Tipps.


In 4 Schritten zur nachhaltigen Unternehmenskultur

#1 Bestandsaufnahme

In einem ersten Schritt überlege dir, wo du Potential siehst, nachhaltiger zu agieren. 

  • Wird noch jede E-Mail ausgedruckt?
  • Trinken den Kaffee aus dem Automaten alle in Plastikbechern? 
  • Gibt es eine Kantine und was wird da gekocht? 
  • Gibt es täglich Fleischgerichte? 
  • Ist dein Arbeitsplatz gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen und wird das genutzt oder fahren trotzdem die meisten mit dem eigenen Auto?

Firmeninterne Bestandsaufnahme im Unternehmen zur Nachhaltigkeit

#2 Sprich mit deinen Vorgesetzten

Im nächsten Schritt sprichst du am besten einmal mit deiner*deinem Vorgesetzten über deine Anliegen. Erkläre, dass du dir Gedanken gemacht hast, ob und wie man das Unternehmen nachhaltiger gestalten kann, hole dir Zustimmung und bitte um Unterstützung für dein Vorhaben - durch Zeit, Wissen, Informationen vor allem aber Offenheit und eventuelle Zugeständnisse

#3 Suche Verbündete

Alleine kann niemand die Welt retten und vermutlich auch nicht den Arbeitsplatz umkrempeln. Deshalb suche dir Verbündete. Nun geht es nämlich darum, mit anderen die Köpfe zusammenzustecken und Ideen zu sammeln. Außerdem werden deine Anliegen legitimer, wenn mehrere Menschen sie teilen und unterstützen.

Um Gleichgesinnte zu finden, 

  • sprich einfach in der Pause mit deinen Kolleg*innen darüber, 
  • hänge Flugblätter auf oder 
  • schreibe eine Rundmail.

Erkläre dein Vorhaben und verabrede dich mit den Interessierten für ein erstes Gespräch, wo ihr den weiteren Ablauf planen könnt.

#4 Konkrete Ideen

Nun wird es bereits konkret. An dieser Stelle haben wir ein paar Ideen für dich, wie du als Mitarbeiter*in Nachhaltigkeit in deinem Betrieb fördern kannst. Vielleicht sind einige nicht passend für den Betrieb, in welchem du arbeitest. Sie sollen dir auch eher Denkanstöße geben und dich inspirieren.


Ideen, um die Nachhaltigkeit in deinem Betrieb zu fördern

Wissen ist Macht

Die Klimakrise ist komplex und oft überfordernd. Deswegen kann ein Vortrag oder Workshop mit einer*einem Expertin*Experten ein guter Start sein, für dein Vorhaben. So kannst du vielleicht auch noch mehr Leute für deine Initiative gewinnen. 

Sorgenkind Verkehr

Der Verkehrssektor ist ein Sorgenkind in Österreich. Er ist für einen großen Teil der Emissionen verantwortlich und entgegen allen Zielen konnten wir in diesem Sektor den CO2-Ausstoß nicht verringern – im Gegenteil. Er ist seit 1990 weiter gestiegen. Deswegen haben wir in diesem Bereich viel zu tun und viel Potential. 

Vielleicht gibt es an deinem Arbeitsplatz hier Möglichkeiten für Einsparungen? 

Falls viele mit dem Auto fahren, obwohl der Betrieb auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut zu erreichen ist, könnten Arbeitgeber*innen dies durch Öffi-Tickets oder Boni fördern. Öffi-Tickets sind sogar steuerlich begünstigt.

 

EIN TIPP FÜR ARBEITNEHMER*INNEN

Dabei handelt es sich übrigens um die sogenannten Benefits für Mitarbeiter*innen, die ohnehin das Arbeitgeberimage fördern. Vielleicht kannst du dir damit verstärktes Gehör verschaffen.

Außerdem könnten 

  • Fahrräder, 
  • E-Bikes und/oder 
  • Scooter 

zur Verfügung gestellt werden. 

Wenn weder Öffis noch Bikes eine Option sind, können auch 

  • Anreize für Fahrgemeinschaften geschaffen werden oder 
  • Elektro-Autos als Dienstwagen, die auch privat genutzt werden können.

 

EIN TIPP FÜR ARBEITGEBER

Ein Elektro-Firmenauto mit einem CO2-Ausstoß von null kann auch steuerfrei für private Fahrten genutzt werden. Idealerweise bildet man auch damit Fahrgemeinschaften.

ZUM BLOGBEITRAG AUF STEIRERJOBS.AT

Warum sich Nachhaltigkeit für Unternehmen lohnt

Gute Ernährung

  • Gibt es an deinem Arbeitsplatz eine Kantine? 
  • Und welche Speisen werden da gekocht? 
  • In vielen Kantinen werden zu einem großen Teil tierische Produkte angeboten, die eine schlechte Umweltbilanz haben.

Tierische Lebensmittel benötigen nämlich fast 80 Prozent der weltweiten Anbaufläche, liefern aber nur 18 Prozent der Kalorien. Außerdem bedeutet Viehzucht einen hohen Bodenverbrauch für die Tierhaltung und den Anbau von Futtermitteln, einen hohen Wasserverbrauch und einen hohen Ausstoß an Emissionen. Aber auch Bio-Qualität, Saisonalität und Regionalität verhilft zu einer besseren Umweltbilanz beim Essen.

Tierische Lebensmittel schaden der Umwelt

Im Arbeitsalltag sparen

Es gibt bestimmt in jedem Unternehmen Möglichkeiten, Ressourcen zu sparen. Sei es Strom, Papier oder anderes. 

  • Wird die Mitarbeiterzeitung an den Schreibtisch und nach Hause geliefert? Die könnte man auch einfach vom Büro mit nach Hause nehmen. 
  • Wird jede E-Mail ausgedruckt und abgelegt? Das geht auch digital. 
  • Trinken den Kaffee aus dem Automaten alle im Plastikbecher? Er könnte günstiger sein, wenn du deine Tasse benutzt. 
  • Brennt das Licht durch oder laufen die PC-Rechner die ganze Nacht, wenn man vergisst sie auszuschalten? Das kann automatisch geregelt werden. 

Das sind einfache Lösungen und die bedeuten keinerlei Einschränkungen im Alltag.

Halte die Augen offen, frage bei deinen Kolleg*innen nach, wo sie Potential sehen und frage auch bei deinen Vorgesetzten oder anderen zuständigen Personen nach konkreten Verbrauchszahlen. 

Strukturelle Veränderungen

Du kannst deine*n Vorgesetzte*n auch, danach fragen, ob die Liefer- und Produktionskette auf Nachhaltigkeit ausgerichtet ist, beziehungsweise anregen, das zu tun. 

Das kann natürlich einen Aufwand für das Unternehmen bedeuten. Aber abgesehen von der Verantwortung, die Unternehmen tragen, profitieren sie auch davon, nachhaltig zu agieren.

Sie gelten als attraktiverer Arbeitsplatz und können sich im Kampf um die Fachkräfte besser durchsetzen. 


WIR FASSEN FÜR DICH ZUSAMMEN

Die Zeit läuft uns davon im Kampf gegen die Klimakrise und das ist vielen bewusst.

Das macht auch Angst, darf uns aber nicht davon abhalten, aktiv zu werden. Noch ist Vieles zu retten. Und werden wir aktiv, fühlen wir uns weniger ohnmächtig, hilflos und der Angst nicht mehr schutzlos ausgesetzt. Wir tun also etwas Gutes für die Umwelt, uns und alle anderen. 

Das können wir auch am Arbeitsplatz! 

Mitarbeiter*innen können durchaus die Initiative ergreifen und Nachhaltigkeit im Unternehmen fordern und fördern. Davon profitiert wiederum nicht nur die Umwelt und die Mitarbeiter*innen, die aktiv zur Veränderung beigetragen haben, sondern auch die Unternehmen. Immer mehr Arbeitnehmer*innen legen Wert darauf, in einem nachhaltigen Unternehmen zu arbeiten. Damit sind nachhaltige Unternehmen attraktiver und erfolgreicher im Kampf um die Fachkräfte.

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