Burnout: Anzeichen erkennen und handeln

Psychische Leiden nehmen sukzessive zu, und ganz oben auf der Diagnoseliste steht »Burnout«. Mit dafür verantwortlich ist das immer anspruchsvoller werdende Arbeitsumfeld, in dem Dienstnehmer quasi rund um die Uhr erreichbar sein sollen und in dem Firmen versuchen, Personal bis über die Schmerzgrenze hinaus abzubauen.

Burnout | Erkennen und handeln

Was ist ein Burnout?

Bei einem Burnout handelt es sich um einen seelischen und körperlichen Zusammenbruch, auch der leidende Weg dorthin, wird bereits als Burnout bezeichnet. Daraus resultieren Unruhe, Angstzustände und Kraftverlust. Ein Burnout wird von unterschiedlichen körperlichen Erscheinungen begleitet, das Krankheitsbild ist allerdings bei jedem Patienten unterschiedlich. Es handelt sich auf jeden Fall um eine ernst zu nehmende Erkrankung. Der Auslöser ist oft im beruflichen Umfeld zu finden. Ein Burnout, oder übersetzt das „Ausgebranntsein“, mündet in den meisten Fällen in die Arbeitsunfähigkeit und Depression. Kennst auch du einen Kollegen, der denkt, unentbehrlich zu sein, der auch die Wochenenden im Büro verbringt? Erwischst du dich vielleicht manchmal selbst dabei großen Leistungsdruck zu verspüren und an Überforderung zu neigen?

Auch unsere Stress-Autobahn braucht eine Geschwindigkeitsbegrenzung.
- Helmut Glaßl -

Die ersten Anzeichen eines Burnouts bei der Arbeit

Erschöpft, gestresst und depressiv, in den meisten Fällen spielt sowohl das Privatleben als auch das Berufsleben eine Rolle. Work-Life-Balance ist hier das Stichwort. Ein Burnout kommt nicht von heute auf morgen, meist ziehen sich die ersten Symptome über mehrere Monate, oder sogar Jahre hinweg. Ein konkretes Symptom gibt es nicht – es handelt sich vielmehr um ein Konglomerat auf verschiedenen Ebenen, wodurch die Diagnose nicht immer einfach ist. Wer ein Burnout hat, der leidet – jeweils mehr oder weniger stark ausgeprägt – sowohl körperlich als auch psychisch.

Typische Anzeichen sind:

  • Beeinträchtigungen auf körperlicher Ebene
  • Veränderungen der psychischen Befindlichkeit
  • Verhaltensänderungen
  • Rückzugstendenzen
  • Werteveränderungen

Wie es zu einem Burnout kommt?

Wie bereits erwähnt, ist jedes Burnout individuell und klassifiziert sich in verschiedene Stadien. Genaue Symptome und allgemeine Behandlungsmöglichkeiten gibt es nicht. Ungefähr 15% der Bevölkerung sind von Burnout und ähnlichen burnoutartigen Symptomen betroffen.

Die häufigen Auslöser:

  • Leistungsdruck – Zwang sich zu beweisen
  • Zu viel Arbeit
  • Müdigkeit und Erschöpfung
  • Sinnverlust und Verzweiflung bei der Arbeit
  • Verdrängung von Problemen
  • Schlechtes Arbeitsklima
  • Streit am Arbeitsplatz
  • Kontrolle – der Drang alles zu Überprüfen
  • Konkurrenzdruck

Behandlungsmöglichkeiten

Zunächst muss die korrekte Diagnose erstellt werden. Nicht selten werden Burnout-Patienten von Arzt zu Arzt geschickt, um Symptome zu behandeln, ohne der eigentlichen Ursache auf den Grund zu gehen. Wenn dann feststeht, dass der Patient unter einem Burnout leidet, gilt es, dieses erfolgreich zu behandeln und vorallem sofort Maßnahmen für die schnelle Genesung zu ergreifen.

Zunächst ist es wichtig, dass die Krankheit eingesehen, akzeptiert und verstanden wird. Es kannt nicht Feuer mit Feuer bekämpft werden. Die Heilungsphase bedarf Zeit, Geduld und die Bereitschaft zum Loslassen. Es sollte kein Job der Welt es wert sein, die Gesundheit (körperlich sowie seelisch) auf das Spiel zu setzen. Vertrauenspersonen, Bekannte und Familienangehörige bieten sich bei ersten Anzeichen als persönliche Ansprechpartner sehr gut an, da diese Mitmenschen über das jene Selbstbild der Erkrankten erzählen können. Wir selbst entscheiden über unseren Körper und über die Personen, die uns während dieser Zeit begleiten sollen. Die Ursache für den entstandenen Zustand sollte analysiert werden, ebenfalls sollte kein Verzicht von einem ärztlichen und psychologischen Rat in Betracht gezogen werden. Ein Gespräch mit einem geheilten Patienten bringt ebenfalls schnelles Licht ins Dunkle. Betroffene Personen sprechen über deren Erfolgserlebnisse, was in einem selbst die Motivation wecken kann und für die Behandlung positive Auswirkungen erzielt.

Leider gibt es aufgrund der Vielschichtigkeit und der zahlreichen unterschiedlichen Ausprägungen keine Standardtherapie. Es ist immer wichtig, sich an den individuellen Beschwerden zu orientieren. Auf jeden Fall ist es wesentlich, frühzeitig mit der Therapie zu beginnen. Dabei gibt es verschiedene Punkte, an denen angesetzt werden kann. Es kann um verbessertes Zeitmanagement gehen, um Entspannungstechniken oder um autogenes Training. Wichtig ist auch das sogenannte Genusstraining: Der Patient verlernt im Lauf der Zeit, Dinge einfach genießen zu können – und diese Fähigkeit kann trainiert werden. Auch körperliche Aktivität sollte nicht zu kurz kommen, da Stress mit Sport abgebaut wird. Die Analyse der beruflichen Auslöser des Burnouts ist von großer Bedeutung, dies erfolgt zumeist gemeinsam mit einem Psychotherapeuten in vielen Einzelsitzungen. Bei besonders schwer erkrankten Patienten kann es notwendig sein, medikamentös mit Antidepressiva oder Beruhigungsmitteln zu behandeln – diese Phase ist allerdings vorübergehend und darf niemals auf Dauer angelegt sein.

Die Behandlung eines Burnouts ist keine Angelegenheit von wenigen Wochen. Der Patient muss sein Leben neu ordnen. Faktoren, die zur Erkrankung geführt haben, sollten ausgeschaltet werden, um wieder sinnvolle Kraft tanken zu können. Durchaus kann diese wichtige Entscheidung das bestehende Arbeitsverhältnis gefährden. Denn gerade, wenn der Job der Auslöser für ein Burnout ist, kann ein bevorstehendes Fernbleiben der Arbeitsstelle nicht umgangen werden. Nach verstrichener Zeit muss zusätzlich ein Jobwechsel bewusst in Betracht gezogen werden, um langfristig für eine anhaltende Gesundheit zu sorgen. Die finale Heilung kann bis zu mehreren Jahren andauern, von voreiligen Schlüssen ist auf jeden Fall Abstand zu halten.


Dem Burnout vorbeugen

Termine bis zum Umfallen, keine Pausen und auf dem Weg zur Arbeit schon Mails beantworten? Um ein Burnout vorzubeugen, spielt in erster Hinsicht das Selbstverständnis und die Selbstkontrolle eine große Rolle. Nach der Arbeit sollten nicht nur Firmanhandys und Laptops ausgeschalten werden, sondern auch die Gedanken frei von Mails und geschäftlichen Terminen oder Projekten sein. Wer die Freizeit für das Wohlbefinden nützt, wird am nächsten Tag automatisch mit einer besseren Leistungsqualität bei der Arbeit erscheinen.

Das Stichwort Work-Life-Balance ist dir bestimmt schon ein Begriff. Eine Work-Life-Balance bedeutet den Einklang zwischen Beruf- und Privatleben herzustellen und dabei keine Bedürfnisse aus den beiden Welten zu vernachlässigen. Stelle dir die Frage: Sorgst du gleichermaßen für deine Familie und deine beruflichen Belangen? Ein gesundes Verhältnis soll uns glücklicher machen und eine insgesamte Zufriedenheit ausstrahlen. Warum die Balance gerade heut zu Tage so wichtig ist? Von Arbeitnehmer*innen wird immer mehr erwartet, auch die Anforderungen an sich selbst wachsen ständig. Wir Menschen sind also Tag für Tag einem enormen Leistungsdruck ausgesetzt, das einen Stressfaktor mit sich bringt. Mehr Stress erfordert mehr Ausgleich - dann fehlt uns die Zeit dafür und wir geraten mit der Work-Life-Balance in ein Ungleichgewicht. Hält diese Situation für eine längere Zeit an, wird das Burnout hervorgerufen.

Unsere 5 Tipps für die perfekte Balance:

  • Effektives Arbeiten – konzentriere dich auf das Wesentliche
  • Nein sagen! Du musst nicht immer erreichbar und auf Abruf sein
  • Ausgleich suchen – Hobbys finden, Sport machen, Freunde treffen
  • Deine Struktur wechseln. Frage dich selber: „Welche Veränderungen würden dein Leben erleichtern?“
  • Klein anfangen und dann darauf aufbauen

Das Schicksal liegt nicht in der Hand des Zufalls, es liegt in deiner Hand, du sollst nicht darauf warten, du sollst es bezwingen.
- William Shakespeare -

Bist auch du betroffen?

Beantworte folgende Fragen für dich selbst:

  • Fühlst du dich körperlich oder seelisch erschöpft?
  • Kannst du alltägliche Dinge, wie zum Beispiel Essen, nicht genießen?
  • Leidest du an permanenter Lustlosigkeit?
  • Hast du Schlafprobleme?
  • Bist du bei Kleinigkeiten gereizt oder verärgert?
  • Kontrollierst du alles doppelt und dreifach?
  • Hast du Schmerzen ohne medizinischer Ursache?
  • Hast du das Gefühl nichts auf die Reihe zu bekommen?
  • Dir fehlt die Sinnhaftigkeit bei den meisten Tätigkeiten?

Wenn du die meisten Fragen mit „JA“ beantworten kannst, solltest du aufwachen und dir deiner Situation bewusst werden. Spreche mit deinen Mitmenschen, ob auch diese Personen eine Veränderung an dir wahrgenommen haben. In zweitem Schritt solltest du eine professionelle Hilfe zur Seite ziehen. Je früher die Anzeichen auf ein Burnout erkannt werden, umso schneller wird es dir mit einer Behandlung wieder besser gehen.

UNSER FAZIT FÜR DICH

STOP TRYING TO BE PERFECT! Perfektionismus ist eines der wohl am häufigsten Auslöser für ein Burnout. Jede neunte Person leidet unter dieser ernstzunehmenden Erkrankung oder ähnlichen Symptomen. Das ins Deutsche übersetzte „Ausgebrannt sein“ sollte nicht unterschätzt werden. Die häufigsten Symptome sind Erschöpfung, ständiges Stressempfinden und Depressivität bei kleinsten Angelegenheiten, jedoch können weit aus mehrere Erscheinungen auftreten, es gilt also bei jeder kleinsten Wahrnehmung wachsam zu sein.

Je früher ein Burnout festgestellt wird, desto besser, denn umso eher kann auf die Ursache zurückgegriffen werden und die Krankheit behandelt werden.

Privat- oder Berufsleben? Meistens spielen beide Faktoren als Auslöser eine wichtige Rolle für Burnout gefährdete Personen. Aus diesem Grund ist zu jeder Zeit eine gesunde Work-Life-Balance gefragt. Den Einklang zwischen Privatem und Beruflichem zu schaffen ist ein nie endender Prozess und bedarf an ständiger Arbeit. Kann jedoch von einem Gelingen gesprochen werden, ist man automatisch seinen Karrierezielen einen Schritt näher - denn glücklich sein, bedeutet gleichzeitig, ERFOLGREICH SEIN!

Dein Team von wienerjobs.at

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