Probleme mit Arbeitskollegen?

Nicht um sonst wird der Arbeitsplatz auch oft als zweites Zuhause tituliert. Wir verbringen sehr viel Zeit dort, mit Arbeitskollegen und Kolleginnen, Chefs, etc. Manchmal sogar mehr Zeit als mit der eigenen Familie. Umso schwieriger wird die Situation dann, wenn am Arbeitsplatz das Verhältnis zu manchen Mitarbeiter*innen angespannt ist und eine Konfliktherde entstehen. Arbeitsbeziehungen können schnell angespannt oder sogar zerstört werden!

Probleme mit Arbeitskollegen im Job

Wienerjobs.at gibt Tipps für den richtigen Umgang mit schwierigen Arbeitskollegen & Kolleginnen

Eines sollte uns immer hierzu bewusst sein: Wir können uns nicht aussuchen, mit wem wir zusammenarbeiten. ABER wir können lernen, mit schwierigen Menschen klarzukommen. Diese Maxime ist essenzielle, um die häufigsten Probleme mit Arbeitskollegen und Kolleginnen am Arbeitsplatz zu erkennen und in Angriff zu nehmen in dem wir an uns selbst arbeiten! Somit: Akzeptiere was du nicht ändern kannst und steuere mit deinem eigenen Verhalten das, was du ändern kannst.

Die folgenden Punkte können dir helfen deinen Umgang mit schwierigen Kollegen/Kolleginnen bei der Arbeit zu meistern:


1) Sei selbstkritisch

Persönliche Unterschiede, Neid und negative Gefühle können Gründe dafür sein, dass du deine Arbeitskollegen und Kolleginnen falsch wahrnimmst und ihnen gegenüber voreingenommen bist. Eventuell ist die andere Person gar nicht so unausstehlich, wie du sie eigentlich wahrnimmst. Frage dich deshalb immer bevor du dieses Gefühl vertiefst:

  • Was genau an meinem/r Kollegen/Kollegin nervt mich?
  • Erinnert mich mein/e Kollege/Kollegin an eine Person, mit der ich keine guten Erfahrungen gemacht habe?
  • Bin ich neidisch auf die Position des anderen?

Ein Teil des Konflikts kann an deiner eigenen Wahrnehmung oder an deinen eigenen Vorurteilen gegenüber der Person liegen.


2) „Durchs Reden kommen die Leute zusammen“ - lerne deine schwierigen Mitmenschen im Beruf besser kennen

Wer mehr über die unausstehlichen Arbeitskollegen und Kolleginnen weiß, kann sein/ihr Verhalten besser verstehen. Lerne sie/ihn besser kennen und entdecke neue Seiten an ihr/ihm! Vielleicht ändert sich dann schon deine Ansicht oder zumindest der Betrachtungswinkel. Durch solche Gespräche erfährst du eventuell die Gründe für sein/ihr Verhalten, machst positive Erfahrungen oder findest Gemeinsamkeiten, die die Zusammenarbeit bereichern. Nutze Situationen, wie das Warten in der Cafeteria oder am Drucker zum Small Talk. So erfährst du mehr über die andere Person und zeigst Interesse. Doch Vorsicht bei denjenigen, die jegliche Regeln von Sitte und Moral verletzen. Die zum Beispiel etwas bewusst vortäuschen oder andere betrügen. Abstand ist da definitiv die bessere Lösung.


3) Führe ein klärendes Gespräch (Konfliktgespräche)

Wenn du alles versucht hast und jeder andere Versuch der Glättung der Wogen wirkungslos war, dann kann nurmehr ein klärendes Gespräch helfen. Die andere Person kann sogar von so einem Feedback-Gespräch profitieren. Denn sie weiß möglicherweise nicht, wie sie auf andere wirkt. Kommt es zum Gespräch, sind Vorwürfe und Anweisungen deplatziert. Das Gespräch muss sachlich und konstruktiv sein. Sprecht über Verhaltensweisen, die die gemeinsame Arbeit beeinflussen und die die andere Person ändern kann. Emotionen hier definitiv nicht einfließen zu lassen!

Bevor du das Gespräch führst plane es gut: Kritik ist hier nicht erwünscht. Das Feedback sollte auf jeden Fall im richtigen Ton erfolgen und dein Gegenüber sollte empfänglich sein dafür! Ist dies nicht der Fall, ist das Gespräch nicht sinnvoll. Manchmal hilft es auch eine/n neutrale/n Dritte/n miteinzubeziehen. Diese/r kann dann das Gespräch moderieren beziehungsweise Spielregeln festsetzten. Auf keinen Fall Besprechungen zum Anlass nehmen, um der anderen Person alles „an den Kopf“ zu werfen. Der richtige Rahmen hierfür ist IMMER ein Vier–Augen-Gespräch.

Sag was dich genau stört und welche Veränderung du dir wünscht – so konkret wie möglich. Drücke auch Gefühle aus. Sage unbedingt in Ich-Botschaften, was dich bewegt, warum du das Verhalten der/s anderen stört und was das für dich bedeutet. Vor einer Eskalation unbedingt das Gespräch vertagen, um eine neutrale dritte Person zu fragen, ob sie teilnehmen möchte, um weitere Eskalationen zu vermeiden.


4) Gewinne Abstand

Emotionale Distanz ist hier das Schlagwort! Das heißt: Das Verhalten der/s anderen so gut wie möglich ignorieren und gezielt an einer "Egal-Einstellung" arbeiten. Auf diese Art ärgerst du dich weniger und bist weniger gereizt!

Wer seine Arbeitskollegen und Kolleginnen akzeptieren lernt und sich eher auf die Menschen im Freundes- oder Familienkreis besinnt, erträgt ärgerliche Situationen leichter. Wenn du anderen Mitarbeiter*innen distanziert gegenübertrittst, behandle ihn/sie mit dem gleichen Respekt, mit dem du behandelt werden willst – auch wenn du meinst, dass sie/er das nicht verdient hat. Respekt und Wertschätzung sind Investitionen, mit denen du die Grundlage für eine Beziehung schaffst!


5) Regle deine Gefühle

Wer mit jemandem zusammenarbeitet, den sie/er nicht ausstehen kann, hinterfragt oft das Verhalten der anderen Person: „Warum macht sie das?“ oder „Wie meint sie das nur?“ - und gibt sich selbst die Antwort für ihre Verhaltensweisen. Jeder reagiert dann anders: Der/die eine fühlt sich in der Umgebung des anderen unwohl, hat vielleicht ein flaues Gefühl am Abend, wenn er/sie an den nächsten Arbeitstag denkt. Ein/eine andere/r zeigt offen ihre/seine Abneigung. ABER die anderen zu hinterfragen ist nicht zielführend. Möglicherweise sind unbekannte private Probleme wie eine gerade durchlebte Trennung oder eine schlechte finanzielle Situation der Grund für das wenig kollegiale Verhalten. Ein durchs Hinterfragen hervorgerufenes schlechtes Gefühl oder ein Ausraster am Arbeitsplatz wirken nur negativ auf dich selbst zurück.

Lass dich durch eine Antwort oder eine Reaktion der anderen Person nicht provozieren. Nimm stattdessen eine Bedenkzeit und reagiere dann sachlich. Eine unbedachte Reaktion kann die Situation dann verschärfen.


6) Unterlasse das Lästern

Das Verhalten des nervtötenden Kollegen/Kolleginnen ist ein beliebtes Gesprächsthema. Wer aber am Arbeitsplatz über andere herzieht und sich wiederholt beschwert, kann schnell selbst als schwierige Person abgestempelt werden. Außerdem wird ein solches Verhalten als unprofessionell wahrgenommen. Nicht zuletzt stört es das Betriebsklima. Sollte ein abfälliger Kommentar zufällig an den falschen Empfänger gelangen, gerät man schnell selbst in die Schusslinie der Kollegen/Kolleginnen.


7) Probleme vermeiden? Du bist der Schlüssel!

Sprich deine Bedenken aus! Auch wenn es dich Überwindung kostet! Zum Beispiel: Ich habe diese und jene Bedenken und wünsche mir, dass wir eine Lösung suchen, die sowohl für euch als auch für mich passt

Auch hier komme es sonst zu einem Phänomen, das gerade bei komplexen Projektarbeiten hochriskant ist: "Group Think: Gruppen tendieren dazu, sich in die erste gute Idee zu verlieben und sie weiterzuentwickeln - statt zunächst in alle Richtungen zu denken. Das kann sowohl kollegial als auch betriebswirtschaftlich teuer werden."

UNSER FAZIT FÜR DICH

Ärgern bringt nichts! Wir können es nicht ändern und es uns nicht aussuchen mit wem wir zusammenarbeiten! Also daher hinterfrage das Verhalten der anderen Person, hinterfrage deine Wahrnehmung und eventuelle Vorurteile. Interessiere dich für schwierige Kollegen/Kolleginnen und lerne sie besser kennen! Findet Verständnis oder gar Gemeinsamkeiten, die die Zusammenarbeit so viel leichter machen können. Wenn deine bisherigen Versuche wirkungslos waren: Sag es sachlich unter vier Augen oder in Anwesenheit eines neutralen Moderators, was genau dich am Verhalten der anderen Person stört. Und was du dir für die zukünftige Zusammenarbeit wünscht. Schaffe bei eingefahrenen Situationen eine emotionale Distanz! Reagiere stets sachlich und respektvoll, damit du die Situation nicht weiter verschärfst.

ACHTUNG – Werde deinen Frust nicht durch Lästern im beruflichen Umfeld los. Das kann negativ auf dich selbst zurückfallen.

Dein Team von wienerjobs.at

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