Remote Work: Die Zukunft oder nur ein Trend?

Zuhause, in einem Café oder am Strand. Gearbeitet wird längst nicht mehr nur am Arbeitsplatz. Remote Work wird das ortsunabhängige Arbeiten genannt und es gewinnt immer mehr an Bedeutung. Die Pandemie hat allem voran das Homeoffice in die breite Bevölkerung gebracht. Doch bleibt das flexible Arbeitsmodell auch nach der Pandemie erhalten oder ist es nur ein Trend? Welche Vorteile bringt es und welche Herausforderungen gehen damit einher? Das wollen wir in diesem Beitrag aufzeigen.

Remote Work: Die Zukunft oder nur ein Trend?

Was ist Remote Work?

Ich schreibe diesen Text nicht im Büro. Ich sitze im Park in einer ruhigen Ecke an einem alten Holztisch. Die Sonne scheint, ein Baum spendet mir Schatten. Darin sitzen Vögel und zwitschern vor sich hin. Andere Leute sitzen im Gras und lesen Bücher, unterhalten sich, hin- und wieder spaziert jemand an mir vorbei. So oder so ähnlich stellen sich viele Remote arbeiten vor. Und so oder so ähnlich läuft es oft ab. Das ist aber nicht immer der Fall.

Begriffe wie Remote Work, Telearbeit, mobile Arbeit und Homeoffice werden oft synonym verwendet. Das ist allerdings nicht richtig.

Remote Work bedeutet übersetzt so viel wie Fernarbeit. Remote Work und Telearbeit bezeichnen damit genau dieses Konzept des ortsunabhängigen Arbeitens. Darunter fallen sowohl die Arbeit im Homeoffice als auch das mobile Arbeiten bzw. mobile Working.

1. Home-Office

Seit Anfang 2021 ist Homeoffice in Österreich gesetzlich definiert und geregelt - im Arbeitsvertragsrechts-Anpassungsgesetz (AVRAG). Demnach liegt Homeoffice dann vor, wenn Arbeitnehmer*innen ihre Leistungen regelmäßig in privaten Wohnräumen erbringen. Das kann sowohl die eigene Wohnung sein, ein Zweitwohnsitz, Wohnraum von Lebensgefährt*innen etc.

Das AVRAG regelt auch die Rahmenbedingungen. So müssen Arbeitgeber*innen beispielsweise die notwendigen (digitalen) Arbeitsmittel zur Verfügung stellen oder Arbeitnehmer*innen für die Anschaffung oder Nutzung privater Arbeitsmittel entschädigen.

2. Mobile Working

Im Gegensatz dazu definiert das AVRAG das Mobile Working nicht. Es wird vielmehr aus einem Umkehrschluss abgeleitet. So bedeutet mobiles Arbeiten, dass die Arbeit nicht im Unternehmen oder der Wohnung erbracht wird, sondern an jedem anderen Ort:

Beispielsweise in einem

  • Coworking-Space,
  • einem Café,
  • eben im Park
  • oder an irgendeinem anderen Ort der Welt.

Bei Remote Work hingegen kann die Arbeitsleistung von allen möglichen Orten aus erbracht werden. Eben ein Park, ein Café oder auch eine Hängematte am Strand. Auch die Arbeitszeit ist beim Remote arbeiten flexibler. Die gesetzlichen Sonderbestimmungen wie der Kostenersatz für private Arbeitsmittel können deshalb beim Mobile Working auch ausgeschlossen werden.


Die Vorteile von Remote Working

Remote-Arbeit bietet viele Vorteile - allem voran Flexibilität für Mitarbeiter*innen. Das ist in der Arbeit 4.0 ein wichtiger Faktor. Denn für die modernen Arbeitskräfte 4.0 ist Work-Life-Balance wichtig. Unabhängig vom Ort arbeiten zu können ermöglicht das. Unternehmen, die diese Möglichkeit bieten, gelten somit als attraktivere Arbeitgeber*innen. Doch es gibt noch mehr:

Produktivität

Manche Arbeitgeber*innen sehen das zwar noch kritisch, so manche Führungskräfte und auch viele Mitarbeiter*innen sind aber überzeugt, dass die Flexibilität die Produktivität erhöht. Vorausgesetzt, zuhause ist ruhiges, konzentriertes Arbeiten auch möglich.

Familienfreundlichkeit

Zur Work-Life-Balance zählt für viele auch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Die Flexibilität beim Remote Working macht es einfach, Arbeit und Familienleben zu organisieren.

Zeitersparnis

Fahrzeiten von mehr als 30 Minuten sind keine Seltenheit - im Gegenteil. Remote Jobs sparen deshalb viel Zeit, die man anders nutzen kann - beispielsweise für die Familie.

Umweltschutz

Der Wegfall von Arbeitsweg spart aber nicht nur den Mitarbeiter*innen Zeit und Geld. Es schont auch die Umwelt. Millionen Pendler*innen täglich sind durch den hohen CO2-Ausstoß nämlich eine große Belastung.

Employer Branding

Auch Unternehmen profitieren von der Remote-Arbeit. Allem voran gelten sie in Zeiten des Fachkräftemangels als attraktive Arbeitgeber*innen und stärken damit ihr Employer Branding. Sie haben im War for Talents damit bessere Chancen, die begehrten Fachkräfte für sich zu gewinnen.

Fachkräfte all over the world

Darüber hinaus sind Unternehmen bei der Suche nach Fachkräften durch Remote-Arbeit unabhängiger. Sie können aus einem größeren Pool an Bewerber*innen schöpfen, wenn dieser nicht örtlich eingeschränkt ist.

Einsparungspotential

Remote Work spart Unternehmen außerdem Ressourcen. Sie benötigen dadurch weniger Arbeitsplätze, weniger Bürofläche, weniger Parkplätze, weniger Energie.

Vorteile von Remote-Work - wienerjobs.at


Es gibt auch Herausforderungen

Natürlich gibt es nicht nur Vorteile. Sowohl für Arbeitgeber*innen als auch Arbeitnehmer*innen bedeutet die Telearbeit auch Herausforderungen.

Disziplin

Ablenkungen warten im privaten Bereich, im Café und ganz besonders am Strand nahezu an jeder Ecke. Trotz der Flexibilität, die mit Fernarbeit einhergeht, konzentriert und produktiv zu arbeiten erfordert viel Disziplin. Wie bereits erwähnt, beschreiben aber sowohl Unternehmer*innen als auch Arbeitnehmer*innen ihren Arbeitsablauf bei der Telearbeit als produktiver.

Trennung zwischen Arbeit und Privatleben

Hohe Produktivität ist natürlich nur möglich, wenn es auch möglich ist, konzentriert zu arbeiten. Kommen private Aufgaben wie die Betreuung der Kinder oder die Pflege von Angehörigen hinzu, kann das gerade im Homeoffice durchaus schwierig werden.

Auch sonst kann die Trennung von Privatleben und Beruf durch Remote Working eine Herausforderung sein. Schnell beim Mittagessen eine Nachricht beantworten oder nach Feierabend noch schnell ein Telefonat annehmen. Das führt dazu, dass Remote Worker häufig gestresster sind als Menschen, die die Arbeit mit Verlassen des Gebäudes tatsächlich hinter sich lassen.

Soziale Kontakte

Das Büro ist nicht nur ein Ort zum Arbeiten, sondern auch der sozialen Kontakte und Kommunikation mit Kolleg*innen. Zuhause kommt das oft zu kurz und alleine im Büro kann man sich schon einmal einsam fühlen. Besonders, wenn man vor einer Herausforderung steht. Die soziale Isolation bei der Telearbeit ist einer der am häufigsten benannten Nachteile. Deshalb sind auch Co-Working-Spaces immer beliebter.

Infrastruktur

Für Unternehmer*innen kann es natürlich auch eine Herausforderung sein, die notwendige Infrastruktur aufzubauen und zur Verfügung zu stellen. Einerseits die aktuelle Technik sowie notwendige Tools für die Zusammenarbeit und Kommunikation. Eine besondere Herausforderung kann andererseits die Sicherung von Daten und Informationen darstellen. Sensible Daten und Inhalte müssen natürlich gut gesichert werden.


UNSER FAZIT FÜR DICH

Ob Homeoffice oder Mobile Working - Remote Work bietet viele Vorteile: Mehr Flexibilität und damit bessere Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Freizeit, Zeitersparnis, Sparen von Geld und Ressourcen und damit auch Umweltschutz.

Es profitieren also sowohl Arbeitgeber*innen wie auch Arbeitnehmer*innen und die Gesellschaft. Außerdem entspricht die Fernarbeit den Ansprüchen und Wünschen der zukünftigen Arbeitskräfte der Arbeitswelt 4.0, die nach einer besseren Work-Life-Balance strebt. Wir können also davon ausgehen, dass es mehr als nur ein Trend ist und das Remote Working, zumindest in den Branchen, in denen es aktuell möglich ist, bestehen bleibt.

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