Wie die Bewerbung der Zukunft aussieht

Einfach, schnell, unkompliziert. So möchten sich junge Arbeitnehmer*innen bewerben. Und in Zeiten des Fachkräftemangels und der „Great Resignation“ werden innovative Recruiting- und Bewerbungsprozesse immer wichtiger, bei denen stets die Wünsche der Fachkräfte im Mittelpunkt stehen. Wir stellen hier die Trends und zukünftigen Entwicklungen vor und erklären Ihnen, worauf Sie in Zukunft beim Recruiting achten müssen.

Bewerbung der Zukunft

Unternehmen müssen sich und Bewerbungsprozesse weiterentwickeln

Vorab: Wieso müssen Unternehmen auf die Wünsche der Arbeitnehmer*innen reagieren? Immer öfter ist zu hören und zu lesen, dass Arbeitgeber*innen verzweifelt und erfolglos nach Personal suchen. Verschiedene Entwicklungen führen dazu. Zu nennen sind jedenfalls der sogenannte Fachkräftemangel, der bereits seit längerer Zeit als Problem erkannt wurde. Ursachen dafür gibt es viele. Primär dafür verantwortlich ist der Wandel vom Arbeitgeber- zum Bewerbermarkt, bei dem das Angebot an offenen Positionen der Nachfrage – also der Jobsuchenden – übersteigt. Ein neues Phänomen ist „The Great Resignation“, das vor allem in den USA seit Beginn der Pandemie beobachtet wurde und wird. Doch auch in anderen Ländern sind inzwischen ähnliche Entwicklungen zu erkennen.

Kurz gesagt geht es dabei darum, dass die Menschen

  • schlechte Arbeitsbedingungen,
  • niedrige Löhne und
  • mangelnde Wertschätzung

nicht mehr akzeptieren und sich neue Arbeitgeber*innen oder gar völlig neue Berufe suchen.

Was es bedeutet, nicht genügend oder gar keine qualifizierten Arbeitskräfte zu finden, können Sie sich bestimmt vorstellen. Die Zufriedenheit und das Wohlbefinden der bestehenden Mitarbeiter*innen leidet und auch der wirtschaftliche Erfolg des Unternehmens. Deshalb entwickelt sich der Arbeitsmarkt immer mehr dahin, dass Arbeitgeber*innen sich um die Arbeitnehmer*innen bemühen und nicht mehr umgekehrt. Und das bereits beim Bewerbungsprozess.


Candidate Experience ist das A und O

Umfragen zeigen nämlich, dass Arbeitnehmer*innen häufig unzufrieden mit den aktuellen Bewerbungsprozessen sind. Sie sind zu kompliziert und dauern zu lange. Auch mangelnde Wertschätzung in Form von späten, unpersönlichen und standardisierten oder gar keinen Rückmeldungen werden kritisiert. Eine positive Candidate Experience soll und kann dem entgegenwirken. Es geht dabei darum, den gesamten Bewerbungsprozess, vom ersten Kontakt bis zum Onboarding, so positiv wie möglich zu gestalten.

Erste (Weiter-)Entwicklungen

Unternehmen wissen über die beschriebene Problematik Bescheid und setzen bereits vermehrt auf digitale und neue Bewerbungsformen wie E-Mail- oder Formular-Bewerbungen. Doch auch diese sind noch nicht praktikabel genug für die Arbeitskräfte 4.0. Schnell(er), einfach(er) und unkompliziert(er) wollen sie sich bewerben.


Die Bewerbung der Zukunft ist mobil

Schnell, einfach, unkompliziert bedeutet insbesondere für die jüngeren Generationen, die Digital Natives, allem voran eines – mobil. Sie sind es schließlich gewohnt, alle möglichen Prozesse schnell, einfach und unkompliziert mobil zu erledigen. Bewerbungen hingegen sind (noch) kaum bis gar nicht mobil möglich. Obwohl es bereits entsprechende Alternativen gibt.

Wir möchten hier vier solche innovativen und mobilen Bewerbungsprozesse vorstellen.

1. One-Click-Bewerbung:

Bei der One-Click-Bewerbung können Kandidat*innen mit nur einem Mausklick auf den Bewerben-Button in der Stellenanzeige ihr aktuelles Bewerberprofil aus einem Karrierenetzwerk wie LinkedIn und Xing oder aus einer Datenbank importieren.

2. One-Swipe-Bewerbung:

Bei der One-Swipe-Bewerbung geben Arbeitssuchende in der Applikation einer Jobbörse Parameter und Kriterien für ihren Traumberuf ein und bekommen anhand dieser passende Stellenangebote vorgeschlagen. Per Swipe entscheiden sie sich dafür oder dagegen. Ähnlich wie bei der modernen digitalen Partnersuche. Entscheiden sie sich für ein Angebot, versenden sie dadurch automatisch ihr Bewerberprofil aus einem Karrierenetzwerk o.Ä.

3. Bewerbung per Chatbot:

Hierbei werden Kandidat*innen, die sich für eine Bewerbung entscheiden und deshalb auf den entsprechenden Button tippen, zu einem Chatbot weitergeleitet. Es öffnet sich also ein Chatfenster, in welchem ein Roboter die ersten wichtigen Fragen klärt und Daten erhebt. Zum Beispiel den Namen, Erfahrungen, bisherige Arbeitgeber*innen, Arbeitserfolge, Gehaltsvorstellungen etc. Diese Daten strukturiert der Bot anschließend und Recruiter*innen können sich anhand dieser ein erstes Bild machen und sich anschließend bei den Bewerber*innen melden.

4. Bewerbung per Recruiting Funnel

Denkweise steht nicht das Stellenangebot, sondern das Talent im Mittelpunkt. Der Aufbau erfolgt nach dem Trichter-Prinzip, bei dem die Bewerber*innen mit Fragen zur Person, der Ausbildung und Berufserfahrung durch fünf bis acht Schritte geführt werden. Die Besonderheit des Recruiting Funnels ist es, gänzlich auf einen Lebenslauf und/oder Anschreiben zu verzichten. So ist das Ziel nicht das gewöhnliche, nämlich vollständige Bewerbungsunterlagen, sondern lediglich Bewerberkontakte zu sammeln. Damit gewährleisten Arbeitgeber einen mobilen Bewerbungsprozess in weniger als 60 Sekunden, der praktisch zeit- und ortsunabhängig durchgeführt werden kann.

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Kurzprofile und Karrierenetzwerke

Diese vier mobilen Bewerbungsformen zeigen deutlich, welche Rolle Karrierenetzwerke wie LinkedIn und Xing zukünftig spielen. Und das ist nachvollziehbar. Schließlich sind hier jene Informationen bereits gesammelt, die ich für Bewerbungsunterlagen zeitintensiv und oft mühsam noch einmal aufbereiten muss.

Selbst wenn Bewerbungen nicht über solche Netzwerke organisiert werden, wird deren Form der Kurzprofile die bisherigen langen Texte und akribische tabellarische Aufzählungen ablösen. Dabei werden kurz und knapp die wichtigsten Qualifikationen, beruflichen Erfahrungen und Eigenschaften zusammengefasst.

Es zeigt sich, nicht nur der Prozess verändert sich, sondern auch die inhaltlichen und formalen Vorgaben. So fällt auch immer häufiger das Anschreiben bzw. Motivationsschreiben weg. Das entspricht nämlich nicht dem Anspruch von schnell, einfach und unkompliziert. Außerdem ist für Recruiter*innen kaum bis nicht nachvollziehbar, ob das Anschreiben von dem*der Bewerber*in selbst geschrieben wurde. Der Lebenslauf hingegen ist nach wie vor wichtig – wie gesagt allerdings nicht mehr unbedingt in Text- oder akribischer tabellarischer Form.


Wie Unternehmen von mobilen Bewerbungen profitieren

Von einfachen, schnellen und unkomplizierten Bewerbungsverfahren profitieren nicht nur die Bewerber*innen – ganz im Gegenteil. Wie eingangs beschrieben ist es für Arbeitgeber*innen am aktuellen Arbeitsmarkt nicht einfach, die benötigten Fachkräfte zu finden.

Durch die richtigen Bewerbungsprozesse können Sie genau diese Fachkräfte für sich gewinnen.

Sie zeigen dadurch nämlich, dass Sie innovativ sind und auf Bedürfnisse ihrer (potenziellen) Mitarbeiter*innen achten, sie ernst nehmen und reagieren. Einfache Bewerbungsprozesse verbessern auch die Candidate Experience, sodass interessierte Bewerber*innen den Bewerbungsprozesses nicht abbrechen.

Mobile, einfache Bewerbungen stärken damit Ihre Employer Brand und machen sie wiederum attraktiv für Arbeitnehmer*innen.


UNSER FAZIT FÜR DICH

Am hartumkämpften Arbeitsmarkt können sich Fachkräfte nahezu aussuchen, wo sie arbeiten möchten und demnach auch, wo sie sich bewerben. Deswegen müssen sich Arbeitgeber*innen immer mehr an die Wünsche und Bedürfnisse der potentiellen Mitarbeiter*innen anpassen - auch im Bewerbungsprozess. Denn viele Arbeitssuchende empfinden diesen häufig als zu kompliziert, aufwändig und zeitintensiv. Schneller, einfacher und unkomplizierter sollen sie sein. Und mobile Bewerbungen ermöglichen das. Sie sind ein wichtiges Tool, um die begehrten Fachkräfte für sich zu gewinnen und damit jedenfalls ein Versuch wert.

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