Arbeiten im Ausland

Das Arbeitsleben ist in den letzten Jahrzehnten immer flexibler geworden. Während Arbeitnehmer*innen früher teilweise über Jahrzehnte noch nicht einmal den*die Arbeitgeber*in gewechselt haben, wandern heutzutage immer mehr Erwerbstätige sogar in andere Länder aus, um dort einem adäquaten Job nachzugehen. Doch damit das Arbeiten im Ausland ohne Probleme verläuft, müssen viele Dinge berücksichtigt und rechtzeitig geplant werden. Falls du eine Karriere im Ausland planst, haben wir dir hier die wichtigsten Punkte, die du dabei berücksichtigen solltest, zusammengefasst.

Arbeiten im Ausland

Arbeiten in den EU-Länder

Die Arbeitssuche im europäischen Ausland ist für Staatsangehörige von EU-Staaten – also Ländern, die der Europäischen Union angehören – sehr unkompliziert. Sobald du nämlich eine solche Staatsbürgerschaft besitzt, bist du automatisch auch Bürger*in der EU und kannst dich innerhalb dieser gänzlich frei bewegen. Dadurch kannst du innerhalb der EU nicht nur ohne Visum und Grenzkontrollen vereisen, sondern dich auch jederzeit in einem anderen EU-Land niederlassen. Dafür ist kein gesonderter Aufenthaltstitel nötig und auch deiner gewünschten Erwerbstätigkeit (selbständig oder unselbständig) kannst du unkompliziert ohne weitere Arbeitserlaubnis aufnehmen. Diese Regelungen gelten prinzipiell auch für die Länder Island, Norwegen und Liechtenstein, welche zwar keine EU-Staaten, aber Mitglieder des „Europäischen Wirtschaftsraums“ (EWR) sind.

Achtung: Für Großbritannien/Nordirland galten immer schon etwas abweichende Regelungen, die durch den Brexit wohl noch mehr verschärft werden. Derzeit gilt aber nach wie vor das EU-Recht im Vereinigten Königreich für einen „Übergangszeitraum“, welcher mit 31. Dezember 2020 enden soll. Wenn du dort deine Karriere starten möchtest, solltest du dich somit zuvor besonders ausgiebig mit deinen Rechten und Pflichten auseinandersetzen, um böse Überraschungen zu umgehen.


Arbeitsmöglichkeiten außerhalb der EU

Komplizierter ist das Arbeiten im nichteuropäischen Ausland, denn viele Länder beschränken die Einreise- und Arbeitsmöglichkeiten, um die Zuwanderung zu kontrollieren. So ist zur Einreise oft ein Visum notwendig, das für eine begrenzte Dauer ausgestellt wird und danach verlängert werden muss. Um eine Arbeitserlaubnis für das entsprechende Land zu erhalten, müssen häufig verschiedene Bedingungen erfüllt werden, die jedoch von Land zu Land verschieden sind.

Wenn du dennoch die Weiten dieser Welt erkunden möchtest, solltest du dich unbedingt rechtzeitig mit den jeweiligen Einreisebeschränkungen auseinandersetzen. Willst du dich dann auch in einem Nicht-EU-Land niederlassen und arbeiten, solltest du noch rechtzeitiger Informationen zur etwaig nötigen Arbeitserlaubnis sammeln. Da die jeweiligen Prüfprozesse meist sehr viel Bürokratie mit sich bringen, empfehlen wir dir sicherheitshalber, bereits ein Jahr im Voraus mit der Planung zu beginnen. Beschleunigt werden kann dieser Prozess, wenn du bereits einen zukünftigen Arbeitgeber im Wunschland vorweisen kannst – die meisten Länder wollen nämlich sichergehen, dass für deinen Unterhalt gesorgt ist und du nicht nur deren Sozialleistungen ausnützen möchtest. Ebenso haben es Fachkräfte (die im jeweiligen Staat benötigt werden) und Personen mit besonderen Fähigkeiten (Doktorand*innen, Wissenschaftler*innen, etc.) meist etwas leichter.

Eine weitere Möglichkeit wäre natürlich auch die Teilnahme an „Green-Card-Lotterien“. Der Begriff „Green-Card“ kann dabei als umgangssprachlicher Sammelbegriff für einen unbefristeten Aufenthalts- und Arbeitstitel im jeweiligen Land verstanden werden. Einige Länder bieten im Rahmen einer „Lotterie“ die Möglichkeit, ebendiese zu „gewinnen“, um dadurch kulturelle Vielfalt im eigenen Land zu gewährleisten. Eine Teilnahme kann aber wiederum gewisse Voraussetzungen (z.B. bestimmter Bildungsabschluss, nur für manche Länder zugänglich, etc.), lange Wartezeiten und (hohe) Kosten mit sich bringen. Solltest du dann aber eine ordentliche Portion Glück haben und die Lotterie (= Zufallsauswahl unter allen passenden Teilnehmer*innen) gewinnen, hast du damit meist dieselben (oder zumindest sehr ähnliche) Rechte und Pflichten wie Staatsangehörige.


Berufliche Qualifikation im Ausland

Wie bereits erwähnt, haben es benötigte Fachkräfte oder Personen mit besonderem Bildungsabschluss oft leichter, aber gerade im nichteuropäischen Ausland ist auch hier Vorsicht geboten. Vor deiner Auswanderung solltest du jedenfalls prüfen, ob deine beruflichen Qualifikationen im Ausland überhaupt anerkannt werden: Die Ausbildungswege und Titel unterscheiden sich oft von Land zu Land. Europa hat zwar in vielen Berufen hohe Ausbildungsniveaus, die in vielen Ländern der Welt geschätzt werden – dennoch kann es sein, dass eine höhere berufliche oder akademische Ausbildung im Ausland nicht anerkannt wird und das Ausüben des bisherigen Berufs dort nicht möglich ist. Auf der anderen Seite kann ein Karrierewechsel durch den Umzug ins Ausland begünstigt werden: Wenn du gerne in einem qualifizierteren Aufgabenbereich arbeiten möchtest, kann der Gang ins Ausland die richtige Herausforderung sein und einen Karrieresprung bringen.

Sicherer Karrierestart im Ausland

Die Auswahl des Auswanderungslandes sollte jedoch nicht nur allein aufgrund der beruflichen Perspektiven erfolgen. Auch andere Faktoren spielen eine Rolle, wenn du dich im Ausland wohlfühlen möchtest. Diese werden auch immer wichtiger, je länger die Erwerbstätigkeit im Ausland dauern soll. Zu diesen anderen Faktoren gehören beispielsweise das Klima des Landes, der Lebensstandard oder die Mentalität der Menschen. Du solltest dir also im Vorfeld schon ein sehr gutes Bild verschaffen, wie es sein wird, im Wunschland zu leben – dazu können beispielsweise (mehrmonatige) Reisen und intensiver Austausch mit Ansässigen hilfreich sein. Solltest du diese Faktoren nicht berücksichtigen, könnte dich ein „Kulturschock“ recht schnell wieder in die Heimat befördern.

Ein weiterer wichtiger Punk stellt die Landessprache dar. Zwar kommt man heutzutage mit Englisch auch oft recht weit, aber vor allem auf Dauer wird die vorherrschende Sprache der Einheimischen immer mehr an Bedeutung gewinnen. Einerseits werden dir Sprachkenntnisse auf beruflicher Ebene Türen öffnen (mehr dazu erfährst du in unserem Beitrag Fremdsprachen im Beruf), andererseits werden sie im sozialen Umfeld (irgendwann) unumgänglich sein – denn durch das Erlernen der Sprache zeigst du immerhin auch Interesse an einer Eingliederung in die Gesellschaft und die vorherrschende Kultur. Versuche dir vor deiner Auswanderung also wenigstens Basiskenntnisse in der Landessprache anzueignen, um unnötige Hürden aus dem Weg zu schaffen.

UNSER FAZIT FÜR DICH

Wenn du deine Karriere (neu) starten willst, nach neuen beruflichen Perspektiven suchst oder dich ganz einfach in der Heimat langweilst, kann der Schritt ins Ausland durchaus der richtige sein. Wie wir dir gezeigt haben, solltest du dir im Vorfeld aber einige Gedanken machen und alles ausgiebig planen, darauffolgend viel Durchhaltevermögen und Geduld für langwierige und bürokratische Prozesse mitbringen, um dann – wenn alles funktioniert hat – mit Mut, Begeisterung und geballtem Vorwissen im Wunschland durchzustarten.

Denkst du dir aber gerade „Heast, des is ma z’ viel!“ und möchtest lieber in der weltweit lebenswertesten Stadt Wien bleiben, findest du ganz einfach unter wienerjobs.at/jobs einen passenden Job, um deine Karriere zu starten.

Dein Team von wienerjobs.at

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